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Es geht wieder los

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Und am Anfang nahm der Schrecken kein Ende.

Vor einigen Wochen rollte Arnold wieder aus den Toren unserer Basis.

Mit einem lachenden und auch einem weinenden Auge geht es nach zwei Monaten Pause wieder los.

Wobei eine Pause war es nicht so richtig, nicht im Sinne von ausspannen, relaxen und in der Sonne liegen. Nein, wir waren sehr fleißig. Während die Kinder beinahe jede Nacht in einem anderen Bett schliefen oder jedenfalls nicht im Arnold, sind wir in, um und unter dem Auto lang gekrochen und gerannt.

In den letzten Monaten hatte sich eine kleine Liste entwickelt mit Kann- und Muss-Aufgaben, die wir nun weitgehend abgearbeitet haben. Ein großer Punkt war das Schaffen von Stauflächen. So bauten wir neue Dachboxen nach unserem Maße, da Maßanfertigungen schmerzhaft teuer sind.

Außerdem hatte Arnold untenrum noch ordentlich Platz und so habe ich links und rechts noch Fächer mit Klappen gebaut. TÜV stand auch an, so dass wir es uns nicht haben nehmen lassen, den TÜV-Prüfer zu besuchen, um Arnold nochmal einen neuen Aufkleber zu besorgen.

Mit seinen neuen Federn vorne, einer dichten Ölwanne und überarbeitetem Lenkgetriebe, schwingt und fährt er sich nun sehr schön.

Kurz um, wir haben Arnold einmal auf den Kopf gestellt, ausgeschüttelt, wieder umgedreht und eingeräumt.

Bevor wir aus Deutschland raus fuhren, haben wir noch einige liebe Menschen besucht.

Doch wir waren so in Aufbruchsstimmung, dass wir nirgendwo lange blieben.

Die Aufregung ist groß. Wie kommen wir über die Grenzen? Wie sind die anderen Länder? Uns war tatsächlich auch etwas bange, der Weg ins Ungewisse. Was wird uns erwarten?

Nun ja, Blumenwiesen, Schmetterlinge, immer Sonne, es ist warm und stets herrliche Stellplätze in der Natur. So oder so ähnlich schwirrt es einem im Kopf herum. Davon träumt man, wenn man ans Reisen denkt. Genauso hatten wir es auch schon erlebt.

Doch die letzten Wochen zeigten uns etwas anderes.

Wir sind nun schon über einige Grenzen gefahren, landesinnere wohlgemerkt…  und haben das Gefühl einfach nicht aus Deutschland raus zukommen. Bereits kurz vor Dresden, am nächsten Tag sollte es nach Tschechien gehen, sprang Arnold nicht mehr an und wir haben heraus gefunden, dass Arnolds Einspritzpumpe kaputt gegangen ist. Nun telefonierte ich zwei Stunden, um eine Werkstatt und passende Ersatzteile zu organisieren. Und plötzlich fanden wir uns in Alfeld an der Leine, in Niedersachsen wieder. Hier soll uns geholfen werden. Das war definitiv nicht unsere Richtung.

 

In Alfeld hat Arnold sich gut mit seinem Nachbarn unterhalten, dem ging es weitaus schlimmer!

Zu unserem Erstaunen dauerte die Reparatur nicht lange. Leider tauschten sie die falsche Pumpe und teuer war es auch. Scheiß drauf, weiter fahren.

Wir redeten uns ein, wenn wir weit genug Richtung Osten kommen, dann findet sich jemand. Also durchziehen.

Doch dann kamen die Kasseler Berge und ein Arnold mit immer weniger Leistung. Die Zweifel wurden größer und die Frage stand im Raum: Was Tun? Die Antwort: Werkstätten abklappern, aber die Richtung beibehalten.

Glück im Unglück. Nach zwei weiteren Tagen beschleunigungsarmer Fahrt, strandeten wir beim Bosch Service in Suhl. Hier fanden wir zu unserem großen Glück einen höchst kompetenten und motivierten Mechaniker und Dieselexperten, welcher seit 25 Jahren an großen Maschinen schraubt und zu allem Überfluss noch die richtigen Ersatzteile besorgen konnte.

 

Angekommen in Suhl beim Diesel-Experten
Da ist er der Übertäter - Die Einspritzpumpe!
Op am offenem Herzen

Jedoch das Gefühl, nicht weiterzukommen, drückte unsere Stimmung. Eigentlich wollten wir nach der Reparatur schnell raus aus Deutschland, die Freiheit wieder spüren und unabhängig sein. Stattdessen mischten sich schlechte Laune mit Verzweiflung und Wut. Das Ergebnis waren meckernde Eltern und Kinder. Wartezeiten und Reparatur bescherten uns 14 Tage im Gewerbegebiet, nicht der allerbeste Standplatz.

Dennoch haben wir wieder einige neue und sehr nette Bekanntschaften gemacht, welche uns die Gegend zeigten und uns damit diese Zeit verkürzten.

Juni hat neue Haustiere gesammelt
Wir sind gemeinsam gewandert und hatten schöne Stunden!

Mit einer neuen Einspritzanlage und 2500 € weniger in der Tasche überquerten wir die Grenze, diesmal endlich die Landesgrenze!

Arnold rennt nun wieder als wäre er zwanzig, er braucht zwar noch viel Öl, aber irgendetwas ist ja immer und sicherlich ist es nicht die letzte Reparatur gewesen.

Innerhalb von zwei Tagen überquerten wir drei Landesgrenzen, ohne jegliche Kontrollen und sind nun in Ungarn. Unsere erste Nacht verbrachten wir an einem Seitenarm der Donau. Hier wurden wir von den Einheimischen herzlich empfangen und direkt zu einer Kanutour am nächsten Tag eingeladen. Dieses Angebot nahmen wir dankend an und genossen einen entspannten Tag. Mittagessen gab es auch noch. Gulasch, natürlich!

 

In Ungarn am See bei Velence
Norbert probiert sich wieder im Surfen
Herrrlicher Anblick, unzählige Kite-Surfer

Nun geht es also wieder richtig los, der Kurs steht auf Rumänien. Ganz gemächlich natürlich, denn Ungarn ist auch schön und die Menschen sind sehr freundlich!

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